Nahrungsunverträglichkeiten (meist nicht mit klassischen Tests fassbar)

Bei Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Lebensmitteln sind verschiedene Formen und Mechanismen zu unterscheiden:

  • Sofortreaktionen (IgE-vermittelt)
  • verzögerte Reaktionen (IgG-vermittelt, meist im Rahmen des „leaky gut“ entstehend)
  • Kreuzreaktionen (z. B. Nüsse und Kernobst bei Pollenallergien)
  • Zuckerintoleranzen bei gestörter Aufnahme durch die Darmschleimhaut (z. B. Lactoseintoleranz und Fructoseintoleranz)


Daneben gibt es eine Vielzahl von Unverträglichkeiten, insbesondere Grundnahrungsmittel betreffend, die von ihrem Mechanismus her noch nicht vollständig erklärbar sind. Vielfach sind sie nur über energetische Testverfahren wie Bioresonanz, Elektroakupunktur oder Kinesiologie zu erfassen.


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Durchlässiger Darm, „leaky gut“

Dieser Begriff beschreibt eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Sie entsteht durch fehlende Ernährung der Darmschleimhautzellen, wenn

  • die Anzahl hilfreicher Darmbakterien zurückgeht
  • von diesen weniger Energiestoffe für die Darmzellen gebildet werden (kurzkettige Fettsäuren)
  • der üblicherweise geschlossene und schützende Bakterienrasen ausgedünnt wird
  • zu wenig Nährstoffe für den Aufbau der Schleimhautzellen über die Nahrung zugeführt werden (Vitamine, Spurenelemente und v.a. bestimmte Eiweißbausteine)


Die Darmschleimhaut wird durchlässiger für

  • Bakterien und Pilze
  • Schadstoffe, die von Bakterien und Pilzen gebildet werden
  • Alkohole, die bei Gärung von Zuckerstoffen im Darm entstehen
  • Giftstoffe, die bei einer gestörten Eiweißverdauung im Darm entstehen
  • nicht vollständig gespaltene Nahrungsbestandteile
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Lactoseintoleranz

Bei den so genannten Intoleranzen gegenüber Milchzucker (Lactose), Fruchtzucker (Fructose) und Sorbit handelt es sich nicht um eine Überempfindlichkeit im eigentlichen Sinne. Vielmehr ist aus verschiedenen Gründen im oberen Dünndarm die Aufnahme dieser Stoffe aus dem Speisebrei durch die Darmwand hindurch nicht oder nicht vollständig gewährleistet.

In Folge besteht im unteren Dünndarm und im Dickdarm ein Überangebot an Zuckern.

Dieses führt zu

  • vermehrten Gärungsprozessen mit erheblicher Bildung von Darmgasen und giftigen Stoffen einschließlich massiver * Säurebelastung des Organismus
  • Begünstigung bestimmter Darmbakterienarten und Hefepilzbesiedelung
  • erhöhter entzündlicher Aktivität der Darmschleimhaut mit Entstehung einer Undichtigkeit der Darmschleimhaut, so genannter leaky gut (siehe entsprechender Abschnitt)
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Fructoseintoleranz

Bei der so genannten Intoleranz gegenüber Fruchtzucker (Fructose) handelt es sich nicht um eine Überempfindlichkeit im eigentlichen Sinne. Vielmehr ist die Aufnahme im oberen Dünndarm aus dem Speisebrei durch die Darmwand hindurch nicht oder nicht vollständig gewährleistet.

In Folge besteht im unteren Dünndarm und im Dickdarm ein Überangebot an Zuckern.

Dieses führt zu

  • vermehrten Gärungsprozessen mit erheblicher Bildung von Darmgasen und Giftstoffen einschließlich massiver Säurebelastung des Organismus
  • Begünstigung bestimmter Darmbakterienarten und Hefepilzbesiedelung
  • erhöhter entzündlicher Aktivität der Darmschleimhaut mit Entstehung einer Undichtigkeit der Darmschleimhaut („leaky gut“)
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Sorbitintoleranz

Viele Menschen nehmen Sorbit schlecht aus dem Speisebrei ins Blut auf. Sorbit ist ein natürlich vorkommender, aber auch von der Nahrungsmittelindustrie häufig eingesetzter Zuckerstoff. Die wenigsten Betroffenen wissen etwas davon. Genaue Zahlen zur Häufigkeit sind nicht greifbar.



Die Dünndarmschleimhaut stellt Transportmoleküle bereit, die Sorbit aus dem Speisebrei in das Blut transportieren. Verschiedene Schädigungen der Darmwand führen dazu, dass dieser Transport nicht mehr ausreichend funktioniert. Die konsequente Behandlung des Darms führt häufig wieder zu einer verbesserten Aufnahme des Sorbit. Die Beschwerden gleichen denen der Milchzucker- oder Fruchtzuckerintoleranz. Nicht wenige Betroffene leiden gleichzeitig auch unter einer Malabsorption anderer Zucker, insbesondere Fruchtzucker.


In Folge besteht im unteren Dünndarm und im Dickdarm ein Überangebot an Sorbit. Dieses führt zu

  • vermehrten Gärungsprozessen mit erheblicher Bildung von Darmgasen und giftigen Stoffen einschließlich massiver Säurebelastung des Organismus
  • Begünstigung bestimmter Darmbakterienarten und Hefepilzbesiedelung
  • erhöhter entzündlicher Aktivität der Darmschleimhaut mit Entstehung einer Undichtigkeit der Darmschleimhaut, so genannter leaky gut, siehe entsprechender Abschnitt
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Histaminintoleranz

Histamin ist ein überall in unserem Körper vorkommendes Molekül, das wir sowohl selbst produzieren als auch über die Nahrung zu uns nehmen (ein Abbaustoff aus Eiweiß in der Nahrung). Verschiedene Körperzellen speichern es und geben es dann frei, wenn sie dazu gereizt werden. Anlässe, gespeichertes Histamin freizusetzen sind u.a.:

  • allergische Reaktionen, d.h. der Kontakt einer Schleimhaut mit einem unverträglichen Stoff, 
beispielsweise Pollen oder Tierhaare auf der Nasenschleimhaut oder unverträgliche Lebensmittel an der Darmschleimhaut
  • Anstrengung, Kälte, Hitze: das kann sich dann in Form einer Nesselsucht zeigen
  • Einnahme verschiedener Medikamente (z. B. verschiedene Schmerzmittel)
  • Zufuhr unverträglicher Lebensmittel
  • Alkoholgenuss


Ein Übermaß an Histamin im Körper wird normalerweise durch den Abbau des Nahrungshistamins in der Darmschleimhaut verhindert. Dieser Abbau geschieht durch ein Enzym mit dem Namen DAO (Diaminooxidase). Die Bildung dieses Enzyms in der Darmschleimhaut kann von verschiedenen Faktoren ungünstig beeinflusst werden:

  • Schädigungen der Darmschleimhaut
  • Alkoholgenuss
  • Einnahme verschiedener Medikamente (z. B. Schleimlöser, Schmerzmittel, Herzmedikamente)
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Störungen der Darmflora, Pilzbelastung (Candida albicans)

Der Darm beherbergt etwa 400 verschiedene Bakterienarten, die in einem ausgewogenen zahlenmäßigen Verhältnis zueinander stehen sollen. Ihr Kontakt mit der Darmschleimhaut bzw. den darin befindlichen Abwehrzellen steuert wesentlich unser Immunsystem.

Man geht davon aus, dass 60 bis 70 Prozent unserer Abwehrzellen in den Immunorganen des Darms (Peyer‘sche Plaques und Lymphknoten) gebildet und trainiert werden, bevor sie über den Lymphweg ins Blut gelangen und sich im gesamten Körper verteilen. Ein Ungleichgewicht dieser Bakterienarten untereinander hat vielfache Auswirkungen:

  • Das Training des Immunsystems lässt nach
  • Die örtliche Abwehr gegenüber eindringenden Keimen (Hefepilze oder krankmachende Bakterien) verschlechtert sich
  • Durch die nachlassende örtliche Abwehr wird der Infektion durch Candida albicans das Tor geöffnet. Dieser Hefepilz, der zunächst völlig harmlos sein kann, entfaltet unter verschiedenen Belastungen und Voraussetzungen rasch eine erhebliche krankmachende Wirkung. Über unterschiedliche Mechanismen führt er zu mannigfaltigen Beschwerden, insbesondere zu einer erhöhten Allergiebereitschaft. Zu vertiefenden Informationen zum Thema Hefepilzbelastungen siehe mein Buch „Hefepilze im Körper“
  • Es kommt zu einer veränderten Verdauung des Speisebreis, wodurch viele Stoffe entstehen, die wir eigentlich nicht in unserem Körper haben möchten. Diese werden bei Fäulnis- oder Gärungsvorgängen gebildet und sind teilweise stark leberbelastend (Fuselalkohole) oder schädigen unser Gehirn (Fäulnisprodukte)
  • Die Ernährung der Darmschleimhaut leidet
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Übersäuerung des Gewebes

Für die Funktion aller Stoffwechselwege im Organismus ist das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen von größter Bedeutung. Für diese Regulationsleistung stehen dem Körper mehrere Puffersysteme zur Verfügung. Dazu gehören der Gasaustausch in den Lungen, die Pufferkapazität des Blutes und die Ausscheidungsmöglichkeiten über Leber und Niere. Für diese Ausscheidung benötigt der Körper ausreichend basische Mineralsalze.

Im gesunden Körper sind die meisten Gewebe leicht basisch, Ausnahme bilden Magen, Scheidenmilieu und Haut. Im Stoffwechsel fallen Säuren an, überschüssige Säuren werden aber neutralisiert und ausgeschieden. Ist diese Kapazität überfordert, werden überschüssige Säuren zunächst im Bindegewebe zwischengelagert, um sie später wieder herauszulösen und über das Blut, wenn es wieder über ausreichend basische Mineralsalze verfügt, abzutransportieren und auszuscheiden. Dabei greift der Körper bei Bedarf auch auf eigene Mineralsalze zurück, z.B. Calcium aus den Knochen, was aber langfristig zu Osteoporose führen kann.

Anzeichen für einen gestörten Säure- Basen-Haushalt können folgende Symptome sein:

  • Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Unruhezustände
  • Allergieneigung,
  • Mykosen des Verdauungstraktes, Sodbrennen, Magenübersäuerung
  • diffuse Befindlichkeitsstörungen
  • Nervenschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Krämpfe, Myogelosen
  • Osteoporose, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises inkl. Arthrose, Arthritis, Fibromyalgie u.a.
  • Störungen des Immunsystems
  • Haarausfall, Hautkrankheiten
  • Cellulite („Orangenhaut“)
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mangelnde Nährstoffversorgung

Aktuelle Untersuchung an 100 Personen zur Nährstoffversorung

In einer Reihenuntersuchung wurde der Status von 11 Mikronährstoffen bei 100 zufällig ausgewählten Patienten einer österreichischen Hausarztpraxis labordiagnostisch erfasst. Als Referenzwerte wurden die Parameter des Labors GanzImmun verwendet: der untere Referenzwert ist die Grenze für einen defizitären Mikronährstoffspiegel, der bereits klinische Relevanz zeigen kann.

Es zeigte sich, dass 89 % der Studienteilnehmer nicht mit allen untersuchten Nährstoffen ausreichend versorgt sind. Bei 50 % der Teilnehmer wurde ein Defizit von zwei oder mehr Nährstoffen diagnostiziert. Nur bei 11 % der Patienten war der Status aller gemessenen Mikronährstoffe oberhalb des Grenzwerts, der ein Defizit anzeigt.

Auffallend sind die schlechten Ergebnisse für Vitamin B6 und Vitamin D. Von einem Vitamin B6-Mangel sind vor allem Frauen betroffen (45 % gegenüber 23 % bei den Männern). Vitamin D3-Mangel tritt hingegen deutlich häufiger bei Männern auf (48 % gegenüber 23 % bei den Frauen). Bei Männern ist zudem die Versorgung mit Kalium kritisch. 44 % leiden an Kaliummangel, während Frauen in der Regel gut mit Kalium versorgt sind.

Die für die Immunfunktion und Enzymaktivität wichtigen Spurenelemente Selen und Zink weisen bei beiden Geschlechtern eine unbefriedigende Versorgung auf: Bei Zink sind 19 % der Männer und 14 % der Frauen unterversorgt, bei Selen 16 % der Männer und 17 % der Frauen.

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erhöhter Nitrostress

Viele Beschwerden, die auf den ersten Blick nicht „unter einen Hut“ zu bringen sind, lassen sich mit einem relativ neu entdeckten Problem im Zellstoffwechsel erklären, das als nitrosativer Stress bezeichnet wird. Ähnlich wie beim oxidativen Stress entstehen in den Zellen aggressive Stoffe, die – im Übermaß gebildet – an sehr vielen Stellen des Stoffwechsels, des Immunsystems, der Entgiftungsfähigkeit und so weiter schädlich sind und so eine Vielzahl von Beschwerden hervorrufen.

Wie beim oxidativen Stress die so genannten Sauerstoff-Radikale, so schädigt beim nitrosativen Stress das im Übermaß gebildete Stickoxid andere Moleküle, Zellbestandteile und „Werkzeuge“ in den Zellen (die so genannten Enzyme).

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